Wandern und Natur erleben im Land der tausend Berge

Von Wenholthausen nach Cobbenrode

WanderungUnterwegs mit den Sauerländer Wandergasthöfen

Im Auftrag des WOLL-Magazins habe ich am vergangenen Freitag bei wunderbarem Frühlingswetter eine geführte Wanderung der Sauerländer Wandergasthöfe von Wenholthausen nach Cobbenrode begleitet, um anschließend meine Eindrücke zu schildern.

Nachfolgend mein WOLL-Bericht:

Etwas unsanft werde ich durch den schrillen Alarmton meines Weckers aus dem Schlaf gerissen. Es ist früh morgens – sehr früh – doch ein Blick aus dem Fenster verheißt mir, dass es ein wunderbarer sonniger Frühlingstag werden wird. Also beginne ich den Tag gut gelaunt mit einem herzhaften Frühstück, um mich bestens für eine bevorstehende Tageswanderung zu stärken, denn heute folge ich einer Einladung der Sauerländer Wandergasthöfe zu einer geführten Wanderung im Rahmen der Frühlingswanderwoche.

Zugegeben, etwas Zweifel hege ich schon bei dem Gedanken, in einer Gruppe von Menschen zu wandern, die mir allesamt fremd sind. Was erwartet mich wohl, wo ich doch lieber allein, zu zweit oder mit Freunden durch die Sauerländer Wälder streife. Egal, die Neugier treibt mich an und ich packe etwas Proviant in meinen Wanderrucksack, schnür die Wanderschuhe und hole noch schnell die Kamera, die bei meinen Wanderungen nicht fehlen darf.

Nach einer dreiviertelstündigen Anfahrt mit dem Auto komme ich in Wenholthausen an, einem mit traditionellen Fachwerkhäusern geprägten Esloher Ortsteil und Bundesgolddorf 1985. Von hier soll die geplante 17 Kilometer lange Wanderung bis Schmallenberg-Bracht losgehen. Treffpunkt „Landgasthof Seemer“.

Treffpunkt Landgasthof Seemer in WenholthausenNach und nach treffen hier alle Gäste der Sauerländer Wandergasthöfe ein. Sie werden von ihren Gastgebern pünktlich zum Treffpunkt gebracht – um später am Ziel von diesen auch wieder abgeholt zu werden. Dieser Bring- und Abholservice gehört zu den Angeboten der Wandergasthöfe. Denn heute ist eine Wanderung mit allen Gästen geplant, was aber nicht an jedem Tag der Wanderwoche der Fall ist:

• Am ersten Tag gibt es eine Einlauf-Tour (der Gastgeber führt zu seinem Lieblingsort)
• Am zweiten Tag findet eine Wanderung mit allen Gästen der Wandergasthöfe statt
• Am dritten Tag werden die Gäste von benachbarten Wandergasthöfen auf Wandertour geschickt
• Am vierten Tag wird nicht gewandert, es bleibt Zeit zur freien Verfügung
• Am fünften Tag steht wieder eine gemeinsame Wanderung auf dem Plan
• Am sechsten Tag wird in zwei Gruppen gewandert
• Am letzten Tag findet nochmal eine etwas kürzere Abschlusswanderung mit anschließendem Hüttenabend statt.

Herr Böhmer, Herr Nieder und Alexandra SeemerAlle Wanderungen werden von einheimischen Wanderführern und den Gastgebern begleitet. Zu den Wanderungen sind alle Gäste der gebuchten Wanderwoche eingeladen, aber auch Haus- und Tagesgäste – zu denen eine Dame aus Sundern, ein Paar aus Bad Fredeburg und ich heute zählen – dürfen dieses Angebot gerne in Anspruch nehmen.

Nach einer freundlichen Begrüßung der beiden Töchter und Inhaberinnen von Seemer´s Landgasthof Alexandra und Julia verschwinden auch meine letzten Zweifel an einer Gruppenwanderung. Denn ich schaue nur in freundliche und gut gelaunte Gesichter und im Grunde teilen wir alle das gleiche Interesse – die Freude am Wandern und die Liebe zur Natur.

LöwenzahnwieseDie beiden Wanderführer Alfons Lumme und Herr Nieder besprechen noch kurz mit Alexandra Seemer die Wanderroute, bevor es dann endlich losgeht. Der Weg führt uns über die ruhig fließende Wenne hinaus ins Grüne – oder sollte ich lieber schreiben „Gelbe“, denn zur Zeit leuchten die Wiesen durch die unzähligen Löwenzahnblüten in einem hellen Gelb und strahlen mit der Sonne um die Wette.

EsloheDer Weg führt uns an Einzelhöfen und kleinen idyllischen Dörfchen vorbei und weiter durch die Stadt Eslohe mit ihren gepflegten Fachwerkhäusern, der St. Peter und Paul Kirche und der Domschänke „Essel-Bräu“ . An der Kirche sammeln wir uns und machen eine kleine Rast, bevor Alfons Lumme allen voran, die Wanderung fortsetzt.

Während einer mehrstündigen Wanderung wie dieser, bleibt viel Zeit zum Kennenlernen und Erzählen. So erfahre ich von einigen Gästen, woher sie angereist sind, in welchem der Gasthöfe sie übernachten und was für sie das Besondere an diesem Urlaub ist. Sie kommen unter anderem aus dem Ruhrgebiet oder dem PauseMünsterland, als Damen-Kartenclub oder Ehepaar und alle haben eines gemeinsam: Sie wandern gerne und mögen das Sauerland. Einige sind das erste Mal dabei, andere bereits zum wiederholten Male. Ein Herr erzählt mir, dass er bereits an der ersten Wanderwoche der Sauerländer Wandergasthöfe im Jahr 2009 teilgenommen hat. Seitdem kommen er und seine Ehefrau Jahr für Jahr zu den Wanderwochen im Herbst und Frühjahr, aber auch an anderen Tagen, um ihren Urlaub im Sauerland zu verbringen. „In der Frühjahrswanderwoche habe ich schon jede Wetterlage erlebt, „erzählt er, „von einer herrlichen Blütezeit bis Schnee im April war alles dabei und es ist immer wieder ein Erlebnis.“ Ich habe den Eindruck, dass er sich besser auf den umliegenden Wanderwegen auskennt, als manch Einheimischer – mich eingeschlossen. Aber Wanderwegdafür bin ich ja heute dabei: Neues zu entdecken, neue Wege und nette Menschen kennenzulernen.Herr Nieder

Fotografisch laufe ich langsam zu Höchstformen auf. Immer wieder lenken mich schöne Motive und herrliche Aussichten ab, so dass ich der Wandergruppe langsam hinterher bummele. Zwischenzeitlich lege ich wieder einen Schritt zu, um den Anschluss nicht zu verpassen.
Dafür begleitet uns Herr Nieder, Wanderführer und Gastgeber vom Flair Hotel Nieder in Bestwig-Ostwig, der stets aufmerksam schaut, dass die Gruppe zusammen bleibt.

 

Stertschultenhof

Nach vier Stunden erreichen wir unser erstes Ziel „Stertschultenhof in Cobbenrode“, wo wir mit Schwung einkehren um eine Mittagsrast einzulegen. Stertschultenhof, erstmalig im Jahr 1310 erwähnt, ist ein historisches, denkmalgeschütztes Gebäude (niederdeutsches Hallenhaus), wo die Möglichkeit besteht, in der alten Deele in gemütlicher Runde den Flair vergangener Zeiten zu erleben. Das Mittagessen – deftig und rustikal – so wie man es sich bei einer Wanderung wünscht, wird heute von Landgasthof Seemer serviert. Auch hier wechseln sich die Wandergasthöfe bei der Organisation ab.

Ortsheimatpfleger von Cobbenrode

 

Während dem Essen erzählt der Ortsheimatpfleger von Cobbenrode etwas über die Geschichte des Stertschultenhofes Mittagsessen in der alten Deeleund Interessierte können anschließend noch an einer Hausbesichtigung teilnehmen, bevor es wieder heißt: „Sammeln“ und Aufbruch zur zweiten Etappe nach Bracht.

 

Nach einem Gruppenfoto, welches ich noch schnell im Garten des Hofes aufnehme, ist für mich die Wanderung zu Ende. Etwas erschöpft aber sehr zufrieden fahre ich mit den Gastgebern zurück nach Wenholthausen, während die anderen Gäste ihre Wanderung bis Schmallenberg-Bracht fortsetzen.

 

Wandergruppe

Fazit: Alles in allem eine sehr gut organisierte und gelungene Wandertour.

Die Sauerländer Wandergasthöfe befinden sich in den Ferienregionen Hallenberg, Winterberg, Schmallenberg und Eslohe. Da sie teilweise recht weit auseinander liegen, werden während der angebotenen Wanderwochen nicht alle Wanderungen zusammen durchgeführt, um den Gästen die langen An- und Rückfahrten zu ersparen. Jeder Wandergasthof plant auch seine eigenen Wandertouren.

Die Sauerländer Wandergasthöfe erfüllen bestimmte Qualitätskriterien, die auf die Wünsche und Bedürfnisse von Wanderern und der Nachweis hoher Produktkompetenz in Sachen Wandern ausgerichtet sind.

Informationen und Buchungsmöglichkeiten unter www.wandergasthoefe.de

 

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